Bulls n' Bears

Eskalation im Währungskrieg mit China

Der Handelsbilanzüberschuss im August für China betrug 20.000.000.000 $, und im September notierte er mit knapp 17.000.000.000 $ Überschuss. Auch wenn die Verringerung um circa 3.000.000.000 $ zu verzeichnen ist, ist der Handelsbilanzüberschuss immer noch so groß, dass andere Industriestaaten besorgt sind, sowohl in der EU als auch in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Hinsichtlich des Verhältnisses des Yuan zum Dollar scheint China nicht viel Interesse an eine Anpassung der Währung an die Erwartungen der USA zu haben. Die Währungen anderer Industrieländer steigen auch, so dass sie mit Exporthemmnissen rechnen. Der Euro steigt gegenüber dem Dollar und der Yen erreicht ein 15 Jahreshoch. Japan sieht sich genötigt, zu intervenieren.

Gerüchten zufolge versuchen die Chinesen der wirtschaftlichen Erholung Japans Hemmnisse den Weg zu stellen. Die japanische Notenbank verkauft ungefähr 20.000.000.000 $ ihrer Währung als mögliche Reaktion darauf.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle äußert gegenüber dem Handelsblatt, dass er besorgt sei, aus dem Währungskrieg könne einen Handelskrieg werden. Er meint, China trüge die Hauptverantwortung, wenn es darum ginge, einen Handelskrieg zu vermeiden.

Spannungen zwischen den großen Industriestaaten und China sind schon länger unüberhörbar. Bisher hat China als Reaktion lediglich vermeldet, dass die Wirtschaftsführer und Politiker im Ausland sich bei ihrer Kritik zurückhalten mögen. Und weiter: eine Abwertung der chinesischen Währung würde ihrer Volkswirtschaft großen Schaden zufügen.

Ob sich die G20 Gruppe demnächst zu einem gemeinsam getragenen Entschluss durchringen kann, wird sich zeigen. Der chinesische Notenbankchef sagte letzte Woche, dass er einer langsamen und stetigen Erhöhung des Yuan befürworte, andererseits widersetze er sich der Forderung von Industriestaaten, China solle kurzfristige Maßnahmen ergreifen. Er meinte, es würde zu Betriebsschließungen, Arbeitsplatzverlusten und sozialen Unruhen führen.